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Gewichtheber in String-Tangas, ein Duell unter Palmen oder brennende Scheiterhaufen sind Motive, mit denen sich die Betrachtenden von Pierre Knops Arbeiten konfrontiert sehen. Traditionelle Bildgenres wie Stillleben, Landschaftsmalerei oder historische Szenarien werden spielerisch als Rahmen für die eigenen Narrationen genutzt. Der Maler spinnt intuitiv aus seinem Gedächtnis Versatzstücke verschiedenster Bilder zu bizarren Szenarien.

Diese spielen sich häufig an exotischen Schauplätzen, Sehnsuchtsorten oder in Traumlandschaften ab. So umrahmen Palmen, Wälder und Sonnenuntergänge abgelegene Hütten oder die Szene einer Polizeikontrolle. Durch die freie Malweise, sonderbare Farbwirkung und die Verwendung unterschiedlicher Materialien wie Ölfarben, Ölkreiden oder Buntstiften wird die eigentümliche visuelle Unmittelbarkeit erzeugt. Teils dickliche, unförmige oder verzerrte Figuren ergänzen die vordergründige Unbedarftheit einer Bilderwelt, die konsequent mit einem ironischen Subtext versehen ist. Gewohnte Machtstrukturen stehen zur Disposition, indem die innere Logik uns bekannter Motive auf den Kopf gestellt wird. Der Mikrokosmos eines Harems stellt im Gegensatz zur konventionellen Vorstellungsweise eine Gruppe von Männern als Lustobjekte einer weiblichen Autorität dar.

Die humoristisch wirkenden Szenen verschleiern zunächst das grundsätzliche Interesse Pierre Knops
an sozialen Strukturen, Rollen und Herrschaftsverhältnissen. Zugleich ermöglicht die ironische Fassade eine spielerische Annäherung an die vielfältigen Erscheinungsformen derselben. So werden Themen der ritualisierten Gewalt in der Darstellung von Duellen oder das Verhältnis von Tätern und Opfern in Bildern von Hexenverbrennungen verhandelt. Diese Motive werden durch eine vereinfachte Darstellungsweise abstrahiert und ihrer Brutalität beraubt. Auf diese Weise fungiert die scheinbare Naivität der Malerei als Strategie der Annäherung an die Rezipierenden und transportiert die fremden Imaginationen in deren Lebenswirklichkeit.